Vortrag
Differenzierte Interessen bei der Sanierung am Beispiel der Deichtorhalle Süd in Hamburg (Plenarvortrag)
Markus Wetzel (WETZEL & VON SEHT, Hamburg)
Julius Hartmann (WETZEL & VON SEHT, Hamburg)
Melissa Müller (WETZEL & VON SEHT, Hamburg)
Donnerstag, 28. Mai 2026; 09:30 - 10:00 Uhr in Raum HSZ/0003

Kurzfassung:
Die Deichtorhallen Nord und Süd (1911/13) zählen in Hamburg seit Ende der 80er Jahre zu großen Ausstellungshäusern zeitgenössischer Kunst und Fotografie in Europa. Ursprünglich waren diese für den Gemüsehandel konzipierten Hallen offen, wurden zu einem späteren Zeitpunkt geschlossen, blieben im Wesentlichen unbeheizt und gelten mit ihrer Stahlglasarchitektur als bedeutende Monumente der deutschen Industriearchitektur. Die südliche Deichtorhalle wurde von 1910 bis 1912 durch die Baudeputation des Ingenieurswesens (Tragwerksbau: Breest & Co.) errichtet. In den Jahren 2003 bis 2005 wurde diese zum Haus der Photographie durch den Nutzer bzw. Mieter umgebaut. Seit 2021 wird die Halle grundlegend saniert und modernisiert - auch und vor allem um den musealen Anforderungen an ein annähernd gleichbleibendes Klima im Hinblick auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit gerecht zu werden. Da im Bestand die im Wesentlichen aus Mauerwerk bestehende Fassade in der Grundrissprojektion in der Systemebene des Haupttragwerks der Stahlkonstruktion verortet war und eine konsequente und beständige Mauerwerkssanierung über die Jahre nicht erfolgte, war die Stahlkonstruktion in erheblichen Umfang in Folge unkontrollierter Feuchtigkeitszufuhr korrodiert und sprengte infolge des Volumenzuwachses wesentliche Teile der Mauerwerksfassade. Es bestand erheblicher Handlungsbedarf zum Erhalt dieses stadteilprägenden Gebäudes - hierbei mussten die Interessen vom Auftraggeber und vom Nutzer, vom Denkmalschutz und vom Portemonnaie, von Gestaltung, Tragwerk und Bauphysik synchronisiert werden.
In der Sitzung:
PL01: Plenarvorträge 1 und 2
Donnerstag, 28. Mai 2026; 09:30 - 10:30 Uhr in Raum HSZ/0003
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