Minisymposium

MS19: Infrastrukturbauten und Spezialtragwerke

  • Clemens Hübler (Institut für Statik und Konstruktion, TU Darmstadt, Darmstadt)


MS19: Infrastrukturbauten und Spezialtragwerke

Freitag, 29. Mai 2026; 10:30 - 12:30 Uhr in HSZ/0003

10:30
Ermittlung der dynamische Kennwerte von Eisenbahnbrücken mit unterschiedlichen Methoden
Michael Reiterer (REVOTEC zt gmbh), Gergely Gulyás (REVOTEC zt gmbh)


Kurzfassung:
Die dynamischen Kennwerte von Eisenbahnbrücken setzen sich aus den Eigenfrequenzen, Schwingungsformen und Systemdämpfungen zusammen. Ihre Ermittlung kann mit Anwendung von unterschiedlichen Methoden erfolgen. Im Beitrag werden die dynamischen Kennwerte mit unterschiedlichen Methoden experimentell ermittelt und es wird ein Vergleich in Bezug auf die Streuung der Ergebniswerte durchgeführt. Weiters werden Grenzen der Methoden aufgezeigt und diskutiert.

10:50
Optimierung der Restnutzungsdauer von Lärmschutzwänden entlang von Eisenbahnstrecken
Andrei Firus (isea tec GmbH), Michael Reiterer (REVOTEC zt gmbh), Sebastian Pißermayr (AIT Austrian Institute of Technology), Vazul Boros (AIT Austrian Institute of Technology), Sansarci Serdar (DB InfraGO)


Kurzfassung:
Die geltenden Normen zur Nachrechnung von Lärmschutzwänden beruhen auf konservativen aerodynamischen Lastannahmen, die oft zu kostenintensiven Ersatzneubauten führen. Ein temporäres Monitoring der Tragwerksreaktionen bei Zugvorbeifahrten kombiniert mit probabilistischen Analysen ermöglicht optimierte, messwertgestützte Nachweise. Der Beitrag beschreibt die Methodik und demonstriert sie anhand eines Fallbeispiels.

11:10
Minderung der Schwingungen von Brückenüberbauten im Bauzustand
Julian Unglaub (TU Braunschweig), Chen Cong (Guangxi University), Klaus Thiele (TU Braunschweig)


Kurzfassung:
Stahl- und Verbundbrücken werden im Taktschiebeverfahren als offene Querschnitte mit Vorbauschnabel errichtet. Durch die weite Auskragung wird die Grundfrequenz des Gesamtsystems stark reduziert, wodurch das Tragwerk besonders für wirbelinduziere Schwingungen und/oder Galloping anfällig wird. Das Schwingungsverhalten während der Verschubphase wird mit dem Tamura-Chen Wake Oscillator Modell untersucht und Optimierungsstrategien aufgezeigt.

11:30
Profillaserscanning (PLS) mit raum-zeitlicher Auflösung als Referenz für Drive-by-Monitoring (DbM)
Malte Horn (Hochschule Mainz – University of Applied Sciences), Maximilian Rupp (TU Darmstadt), Steven R. Lorenzen (Frankfurt University of Applied Sciences), Florian Schill (Hochschule Mainz)


Kurzfassung:
Zur Validierung des Drive-by-Monitorings sind präzise Referenzverschiebungen mit hoher zeitlicher Auflösung erforderlich. Dafür eignet sich das Profillaserscanning, da es Messprofile mit Submillimetergenauigkeit und hoher Abtastrate liefert. Anhand einer Messkampagne wird demonstriert, wie sich aus PLS-Daten räumlich hochaufgelöste Verschiebungszeitreihen ableiten lassen, die dann in die Kalibrierung und Bewertung des DbM-Workflows einfließen.

11:50
Nachrechnung von Eisenbahngewölbebrücken auf Grundlage von Belastungsversuchen
Jenny Keßler (TU Dresden), Steffen Marx (TU Dresden)


Kurzfassung:
Gewölbebrücken sind ein wichtiger Bestandteil und gleichzeitig die älteste Bauart im Schienennetz der Deutschen Bahn. Der Erhalt dieser Bauwerke erfordert einerseits zielgerichtete Sanierungsmaßnahmen sowie andererseits den Nachweis der Tragfähigkeit. Durch die Ergebnisse einer Reihe von Belastungsversuchen können FE-Modelle kalibriert, maßgebende Einwirkungen identifiziert und somit realistische Bemessungskonzepte abgeleitet werden.

12:10
Smart Speed – Einsatz von Digitalen Eisenbahnbrückenzwillingen zur lebensdaueroptimierten Zugsteuerung
Maximilian Rupp (TU Darmstadt), Steven R. Lorenzen (Frankfurt University of Applied Sciences), Florian Schill (Hochschule Mainz), Clemens Hübler (TU Darmstadt)


Kurzfassung:
Steigende Achslasten und Geschwindigkeiten stellen eine Herausforderung für alternde Eisenbahnbrücken dar. Resonanzeffekte können zu übermäßigen Schwingungen führen. Das Paper zeigt anhand einer Messkampagne inkl. Profillaserscanning-Daten ein Betriebskonzept zur Reduktion solcher Resonanzen durch gezielte Geschwindigkeitsanpassung, basierend auf einem digitalen Zwilling der regelmäßig über Drive-by Monitoring mit Sensoren am Zug geupdatet wird.